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Kognitive Psychologie

Belief Bias

Die Kognitionspsychologie, auch Kognitive Psychologie genannt (von lat. cognoscere ‚wissen, erkennen, erfahren‘), ist ein Teilgebiet der Psychologie und beschäftigt sich auf der erkenntnistheoretischen Grundlage des Kognitivismus mit der Informationsverarbeitung (Kognition), insbesondere mit all jenen psychischen Vorgängen, die mit Wahrnehmung, Erkenntnis und Wissen zu tun haben. Weiterhin ist sie in die Kognitionswissenschaft einzuordnen. Gegenstand der Kognitionspsychologie sind die auf komplexe Weise organisierten psychischen Mechanismen des menschlichen Denkens.

Belief-Bias (Glaubensverzerrung oder auch Überzeugungsverzerrung) bezeichnet eine Verzerrung des rationalen Denkens. Hierbei wird die validität eines Argumentes auf Basis der Glaubwürdigkeit (Semantik) beurteilt, anstatt wie logisch die Konklusion wirklich ist (Syntax). Eine Person akzeptiert eher ein Argument, das eine Schlussfolgerung unterstützt, die mit ihren Werten, Überzeugungen und ihrem Vorwissen übereinstimmt, während sie Gegenargumente zu dieser Schlussfolgerung zurückweist. Belief bias ist eine extrem häufige und daher signifikante Form des Denkfehlers; wir können leicht von unseren Überzeugungen geblendet werden und zu einer falschen Schlussfolgerung gelangen. Es wurde festgestellt, dass Belief Bias verschiedene Argumentationsaufgaben beeinflusst, darunter das konditionale Argumentieren, das Beziehungsdenken und das transitive Argumentieren.

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Logik

Exemplar

Ein Syllogismus ist eine Art logisches Argument, bei dem ein Satz (die Schlussfolgerung) aus zwei oder mehr anderen (den Prämissen) einer bestimmten Form abgeleitet wird. Das klassische Beispiel für einen gültigen Syllogismus ist:

Alle Menschen sind sterblich. (Hauptprämisse)
Sokrates ist ein Mensch. (Nebenprämisse)
∴ Daher ist Sokrates sterblich. (Schlussfolgerung)

Ein Beispiel für einen ungültigen Syllogismus ist:

Alle Mädchen im Teenageralter sind ehrgeizig.
Mädchen im Teenageralter studieren hart.
∴ Daher studieren Mädchen fleißig, weil sie ehrgeizig sind.

Typischerweise identifiziert eine Mehrheit der Probanden in Studien diesen Syllogismus fälschlicherweise als einen, bei dem die Konklusion aus den Prämissen folgt. Es mag in der realen Welt wahr sein, dass a) Mädchen studieren und b) dies geschieht, weil sie ehrgeizig sind. Dieses Argument ist jedoch ein Trugschluss, weil die Schlussfolgerung nicht durch die Prämissen gestützt wird. Die Gültigkeit eines Arguments ist unabhängig von der Wahrheit seiner Schlussfolgerung: Es gibt gültige Argumente für falsche Schlussfolgerungen und ungültige Argumente für wahre Schlussfolgerungen. Daher ist es ein Fehler, die Gültigkeit eines Arguments anhand der Plausibilität seiner Schlussfolgerung zu beurteilen. Dies ist der Argumentationsfehler, der als belief bias bekannt ist.

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Kognitive Psychologie

Informations-
verarbeitung

Die Kognitionspsychologie untersucht die Kognitionen des Menschen. Dabei beschäftigt sich die Forschung vor allem mit jenen Zuständen und Prozessen, die zwischen der Reizaufnahme und dem daran anschließenden Erleben und Verhalten liegen. Hierzu zählen z. B. die Funktionsweisen neuronaler Repräsentation oder das angenommene Prinzip einer Interdependenz zwischen Intuition und Reflexion.

Zum Begriff der Kognition, welcher traditionell irrtümlicherweise als Gegenbegriff zur Emotion angesehen wurde, gehören:

Wahrnehmung
Informationsverarbeitung
Geist
Denkpsychologie (Denken)
Emotion und Handeln
Intelligenz
Sprache
Kreativität
Verstehen
Urteilen (Psychologie) sowie Urteil (Logik)
Werturteil (Bewerten)
Vorstellungen
Lernen
Gedächtnis

Kognitionswissenschaften sind generell meist interdisziplinär orientiert. Die Kognitive Psychologie beschäftigt sich mit der Analyse der menschlichen Informationsverarbeitung (Kognition). Für ein Erklären kognitionspsychologischer Zusammenhänge ist ein grundlegendes Wissen im Bereich der Neurobiologie, also der biologischen Kommunikationsprinzipien des Zentralen Nervensystems (ZNS), von großer Bedeutung. Die kognitive Neurowissenschaft hat zu einer Erweiterung der Methoden und Theoriebildung in der Kognitionspsychologie maßgeblich beigetragen. Experimentelle kognitionspsychologische Forschung ist aber auch ohne den expliziten Rückgriff auf Gehirnmechanismen fruchtbar möglich.

Ende der 1950er Jahre hat sich die Kognitive Psychologie als eine Teildisziplin der Allgemeinen Psychologie entwickelt. Sie wurde dabei wesentlich durch die Informationstheorie beeinflusst. Häufig werden Kognitive Psychologie und Kognitionswissenschaft verwechselt: Erstere ist zwar eine der an der Kognitionswissenschaft beteiligten Disziplinen, jedoch mittlerweile auch eine komplett eigenständige Forschungsrichtung der Psychologie.

In der Sozialpsychologie werden mit einer sozialen Einstellung assoziierte Wahrnehmungen, Meinungen, Urteile, Wissen, Überzeugungen, Argumente und weitere Leistungen des Verstandes als kognitive Komponenten der betreffenden Einstellungen bezeichnet.

Neuronale Repräsentation

Neuronale Systeme zeigen eine komplexe Pfadabhängigkeit: Ihr zeitliches Verhalten ist nicht nur vom aktuellen Zustand, sondern auch von der Vorgeschichte des Systems abhängig. Die Ontogenese des Verstandes beinhaltet durch Erleben gemachte Erfahrung, neuronal repräsentiert durch Wissen im Gedächtnis (Psychogenese). Die interne Arbeitsweise des Verstandes ist weit komplexer als die modernsten Systeme der Computertechnologie. Daher ist das lange simplifizierend benutzte Bild vom Körper Hardware und dem Geist als Software mittlerweile obsolet.

Heutzutage ist mehr und mehr die Rede von einem organisierten Chaos im Gehirn. Eine große Herausforderung für mögliche Erklärungen für Funktionsweisen menschlichen Denkens und Handelns stellt die enorme Parallelität der neuronalen Reizweiterleitungen dar. Eine Lokalisierung in einfach dimensionierte Parameter ist nicht möglich, stattdessen spricht man von offenen Systemen, Selbstorganisation und -regulierung, Pfadabhängigkeit, sowie von Nichtlinearität.

Es handelt sich bei der neuronalen Repräsentation von deklarativem oder prozeduralem Wissen vermutlich um eine Koordination u. a. von Aktionspotentialen der Neuronen in bestimmten räumlich und zeitlich definierten Mustern. Eine wichtige Rolle spielt ebenfalls die Biochemie im ZNS, denn auch Neurotransmitter und Hormone nehmen Einfluss auf die Interaktion mehrerer Nervenzellen. Von den Alphawellen wird eine wichtige Aufgabe bei der Steuerung der Aufmerksamkeit vermutet; hier gibt es zahlreiche verschiedene Forschungsansätze im Bereich der Neurologie und Hirnforschung.

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Kognitive Psychologie

Kognitionswissenschaft

Kognition ist die von einem verhaltenssteuernden System ausgeführte Umgestaltung von Informationen. Die Bezeichnung ist abgeleitet von lateinisch cognoscere und bedeutet: ,erkennen‘, ‚erfahren‘ oder ‚kennenlernen‘. Kognition ist ein uneinheitlich verwendeter Begriff, mit dem auf die Informationsverarbeitung von Menschen, anderen Organismen und anderen Systemen Bezug genommen wird. Oft ist mit „Kognition“ das Denken in einem umfassenden Sinne gemeint.

Zu den kognitiven Fähigkeiten eines Menschen zählen unter anderem

Wahrnehmung und Aufmerksamkeit,
Erinnerung und Lernen,
das Problemlösen, Kreativität und Vorstellungskraft,
das Planen und die Orientierung,
die Argumentation,
die Selbstbeobachtung (Introspektion),
der Wille,
und das Glauben.

Eine weitere Definition beschreibt Kognition als die Summe aller Denk- und Wahrnehmungsvorgänge und deren mentale Ergebnisse (Wissen, Einstellungen, Überzeugungen, Erwartungen), wobei Kognitionen bewusst, z. B. beim Lösen einer Rechenaufgabe, oder unbewusst, z. B. beim Bilden einer Meinung, ablaufen können.[1]

Auch Emotionen haben einen wesentlichen kognitiven Anteil. Kognitive Fähigkeiten werden von verschiedenen Wissenschaften untersucht, z. B. der Psychologie, der Biologie, den Neurowissenschaften, der Psychiatrie, der Philosophie und der Forschung zur Künstlichen Intelligenz. Die wissenschaftliche Erforschung der Kognition wird unter dem Begriff der Kognitionswissenschaft zusammengefasst.

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Philosophie

Zitate

"Jeder Mensch zieht den Glauben der Ausübung des Urteils vor."
~ Seneca

"Wir sprechen nicht streng und philosophisch, wenn wir vom Kampf der Leidenschaften und der Vernunft sprechen. Die Vernunft ist, und sollte nur der Sklave der Leidenschaften sein, und kann niemals ein anderes Amt vorgeben, als ihnen zu dienen und zu gehorchen."
~ Hume

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